Wie werden Naturwissenschaften in der Arbeitswelt angewendet? >

Vom Wecker, der Sie morgens aufweckt, bis zum Ausschalten des Lichts am Abend bestimmen Naturwissenschaften und Technik unser Verständnis der Umwelt. Am Arbeitsplatz sammeln und verwenden wir Informationen, die unsere Arbeitspraxis und unser Verhalten prägen. Praktische Aufgaben in der Schule können zu Anwendungen in der Industrie, im Gesundheitswesen und/oder der Forschung in Bezug gesetzt werden, damit die SchülerInnen die Bedeutung der Naturwissenschaften im täglichen Leben besser erkennen.

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Bei Entscheidungen zu unserer Lebensweise müssen wir regelmäßig auf unser wissenschaftliches Verständnis und die Bewertung von Tatsachen zurückgreifen. Warum müssen wir zum Beispiel bei der Einnahme von Antibiotika, der Überfischung oder der Entsorgung von Garten- oder Haushaltschemikalien vorsichtig sein? Verkehrssicherheitsmaßnahmen, Motorrad- und Fahrradhelme sowie verschiedene Treibstoffe wurden von Fachleuten verschiedener Branchen entwickelt, um die Sicherheit auf den Straßen zu verbessern. Auf der Grundlage von wissenschaftlichen Studien wurden Gesetze und Regeln aufgestellt, um einzelne Menschen, Tierpopulationen und die Umwelt zu schützen. Es hat zum Beispiel sehr lange gedauert, bis der kausale Zusammenhang zwischen Rauchen und Lungenkrebs von Medizinern und der allgemeinen Öffentlichkeit akzeptiert wurde. Passivrauchen wird in manchen Unternehmen und Ländern als problematischer angesehen als in anderen. Lehrkräfte könnten zusammen mit ihren SchülerInnen die Gründe dafür erforschen.

Das Einbringen von gesellschafts- und arbeitsrelevanten Themen in den Lehrplan wurde viele Jahre mit Schlagworten wie z. B. „Wissenschaft in der Gesellschaft“, „Wissenschaft, Technik und Gesellschaft“ oder „Wissenschaft für alle“ gefordert. Auch wenn auf staatlicher Ebene häufig zu einer stärkeren Bezugnahme auf die Arbeitswelt aufgerufen wurde, in England beispielsweise durch die Royal Society of Arts (1986), wirkte sich dies tatsächlich nur wenig auf die Lehrpläne aus. In jüngerer Zeit wuchs jedoch das Bewusstsein für die Bedeutung des beruflichen Bezugs auf internationaler Ebene. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Ausbildung naturwissenschaftlicher Kompetenz, deren Wichtigkeit auch in den PISA-Richtlinien stark zum Ausdruck kommt (OECD, 2006).

Es liegt auf der Hand, dass die naturwissenschaftlichen Kompetenzen, die an Arbeitsplätzen gefragt werden, stark prozessorientiert sind. Hurd (1998) identifizierte, den Definitionen des US-amerikanischen Arbeitsministeriums folgend, folgende Kompetenzen als die wichtigsten: „Umgang mit Problemen, die sich aus der Integration von Wissenschaft, Gesellschaft, Technik und dem Menschen selbst ergeben“; „Anwendung von Verfahren oder Methoden, die typisch für das moderne wissenschaftliche Arbeiten sind, wie beispielsweise Teamwork“; „Kenntnis und Anwendung geeigneter wissenschaftlicher Konzepte, die alltagsnah sind “; „Wissen, dass es nicht die eine Methode gibt, die die wissenschaftliche Praxis oder die Praxis am Arbeitsplatz repräsentiert“; und „Erkennen kontinuierlicher Veränderungen im Rahmen der Wissenschaften“. Ähnliche Aufzählungen findet man auch in anderen Texten aus jüngerer Zeit, die sich mit den internationalen Entwicklungen beschäftigen. Da sich solche Kompetenzen jedoch nicht einfach anhand der derzeitig im Lehrplan vorgesehenen Leistungsbeurteilungen bewerten lassen, werden sie oft nicht ausreichend thematisiert, weshalb der Fokus immer noch mehr auf Inhalten als auf Prozessen ruht.

Hierzu Modul WB-1: Naturwissenschaften in der Arbeitswelt, das Beispiele für den Einfluss von Naturwissenschaften auf konkrete Arbeitsalltage zeigt.

 

Verwenden Sie dieses Modul in Ihrer Gruppe, damit die TeilnehmerInnen einen Einblick in das Thema erhalten. Am besten bearbeiten Sie diese Frage noch, bevor die Gruppe darüber nachdenkt, wie die unterrichteten Naturwissenschaften mit der Arbeitswelt verknüpft werden können.

Literaturhinweise

Hurd, P. D. (1998) Linking Science to the Workplace Journal of Science Education and Technology 7(4): 329-335

OECD (2006) Assessing scientific, reading and mathematical literacy: A framework for PISA 2006. Paris: OECD

Royal Society for Arts (1986) Education for Capability. Windsor, Berkshire: NFER-Nelson.]