Modul WC-3: Überarbeitung von Unterrichtsmaterial

Überarbeitung einer strukturierten Aufgabe aus dem Lehrbuch

Sie müssen nicht unbedingt bei Null anfangen, wenn Sie eine Aufgabe erstellen, die den Kriterien von mascil entspricht. Als Ausgangspunkt eignet sich auch eine Aufgabe aus dem Lehrbuch, die einen (deutlichen) beruflichen Bezug aufweist. Dies kann eine typische Aufgabenstellung aus dem Lehrbuch sein: stark strukturiert, geschlossen, in Unteraufgaben eingeteilt und mit vielen Vorgaben zur Vorgehensweise.
In dem Fall können Sie die Situation (den Kontext) beibehalten, aber die vorgesehenen Tätigkeiten der SchülerInnen abändern. Sie können die Aufgabe z. B. offener gestalten, den Zweck nennen und eine bedeutsame Situation beschreiben, die automatisch Fragen aufwirft.
Oder Sie beginnen mit einem authentischen, komplexen Problem, um forschendes und entdeckendes Lernen zu fördern.

Verknüpfung von Aufgaben für das forschende Lernen mit der Arbeitswelt

Der Ansatzpunkt für eine mascil-Aufgabe kann auch eine Aufgabenstellung nach dem Prinzip des forschenden und entdeckenden Lernens in der Mathematik oder den Naturwissenschaften sein, die bisher keinen Bezug zur Arbeitswelt aufweist. Sie können dann meistens einfach Hintergrundinformationen aus der Arbeitswelt hinzufügen, Tätigkeiten für die SchülerInnen einbauen, die der tatsächlichen Berufspraxis ähneln, oder den SchülerInnen die Rolle eines Berufs zuweisen und ein entsprechendes angestrebtes Produkt definieren.

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Leitfaden für die Überarbeitung von Unterrichtsmaterial

1. Von der strukturierten Aufgabe (aus dem Lehrbuch) zu einer Aufgabe im Sinne des forschenden und entdeckenden Lernens

  • Suchen Sie innerhalb des Kontexts nach einem „relevanten und (für die SchülerInnen) bedeutsamen Problem“. Dies ist der Ansatzpunkt für die Überarbeitung.
  • Bieten Sie den SchülerInnen die Möglichkeit, die Aufgabe eigenverantwortlich zu bearbeiten und selbst eine Lösungsstrategie zu finden (die Aufgabe sollte mehrere Lösungsstrategien zulassen).
  • Überspringen Sie die Unteraufgaben und lassen Sie die SchülerInnen die Untersuchung selbst planen.
  • Unterstützen Sie den Untersuchungsprozess der SchülerInnen (z.B. mit einem Stundenverlaufsplan, der eine Einführung in die Aufgabenstellung enthält und für die SchülerInnen eine Hilfe darstellt).
  • Stellen Sie Richtlinien für die Bewertung auf.

2. Stellen Sie einen Bezug zur Arbeitswelt her

  • Erläutern Sie den Kontext und setzen Sie ihn in Bezug zur Arbeitswelt.
  • Überlegen Sie sich einen bestimmten Beruf und eine typische Tätigkeit am Arbeitsplatz.
  • Bestimmen Sie ein Produkt für eine bestimme Zielgruppe in der Arbeitswelt.

3. Regen Sie die Zusammenarbeit und Kommunikation an

  • Lassen Sie die SchülerInnen Produkte erstellen, die präsentiert und/oder besprochen werden können.
  • Stellen Sie die Aufgabe so, dass die SchülerInnen zusammenarbeiten (d.h. Verantwortung teilen) müssen.
  • Lassen Sie die SchülerInnen sich gegenseitig Feedback geben.

Machen Sie sich bewusst, dass die Rolle der Aufgabe für den Lernprozess der SchülerInnen eine andere ist. Zusätzlich zu den inhaltsbezogenen Zielen sollen mit der neuen Aufgabe Prozessfähigkeiten gefördert werden. In manchen Fällen geht dies vielleicht auf Kosten des Wissenserwerbs. In anderen Fällen bietet es aber auch die Möglichkeit, erworbenes (inhaltliches) Wissen zu vertiefen oder die Fähigkeiten der SchülerInnen besser beurteilen zu können.