Modul IH-3: Vergleich unterschiedlicher Herangehensweisen

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Im Unterricht in den naturwissenschaftlichen Fächern werden die SchülerInnen meist vor strukturierte Aufgaben gestellt und genau angewiesen, welche Techniken sie anwenden sollen. Die SchülerInnen lernen, indem sie Anweisungen befolgen. Im echten Leben treten Probleme und Situationen aber normalerweise nicht in dieser Form auf. Im Gegensatz zu Übungen, bei denen die Schülerinnen und Schüler eine bestimmte Fähigkeit oder ein bestimmtes Konzepts anwenden sollen, müssen sie bei Problemen aus dem echten Leben vereinfachen, Situationen nachbilden, das passende Wissen und geeignete Prozesse aus ihrem „Werkzeugkasten“ wählen und testen, ob ihre Lösung für den Zweck „reicht“. Wenn die SchülerInnen im späteren Leben in der Lage sein sollen, ihre Fähigkeiten selbstständig zu nutzen, brauchen sie auch die Möglichkeit, im Unterricht an weniger strukturierten Aufgaben zu arbeiten.

teamworkDie Lehrkräfte sollten zu zweit oder zu dritt zusammenarbeiten. Teilen Sie das Handout aus, das sowohl strukturierte als auch unstrukturierte Versionen von zwei Aufgaben aus dem naturwissenschaftlichen Bereich enthält.

Sie sollten dabei über folgende Fragen nachdenken:

  • Welche Entscheidungen müssen die Schülerinnen und Schüler selbst treffen?
  • Was glauben Sie, welche Variante der Aufgabe von den SchülerInnen als herausfordernder bzw. als motivierender empfunden wird?
  • Welche Variante fördert die Eigenständigkeit und Entscheidungsfreudigkeit der SchülerInnen mehr?
  • Welche Probleme können bei der Bearbeitung offener Aufgabenstellungen im Unterricht auftreten?

teamworkNun kommt wieder die ganze Gruppe zusammen und die Zweier- oder Dreiergruppen tauschen sich aus. Notieren Sie alle Punkte, die diese ansprechen.

Einige Schwierigkeiten, die LehrerInnen sofort benennen können sind folgende:

  • Unstrukturierte Aufgaben sind schwerer zu meistern.
  • Es erfordert mehr Aufwand eine Unterrichtsstunde mit unstrukturierten Aufgaben vorzubereiten.
  • SchülerInnen wissen oft nicht wie sie anfangen sollen. Müssen wir die Aufgabe dann nicht doch für die SchülerInnen strukturieren?
  • SchülerInnen werden nicht zwangsläufig ihr erworbenes Wissen einsetzen können.
  • Wenn wir zu früh eingreifen, befolgen die SchülerInnen das, was wir ihnen sagen und entwickeln keine eigenen Ideen.
  • SchülerInnen entwickeln unzählige Varianten von Lösungsansätzen und Lösungswegen.
  • SchülerInnen brauchen die Bestätigung, dass es in Ordnung ist, verschiedene Ansätze auszuprobieren oder zu verschiedenen Lösungen zu gelangen.

Sprechen Sie darüber, welche Strategien eingesetzt werden können, um die SchülerInnen beim Lösen von unstrukturierten Aufgaben zu begleiten. Dazu gehören z.B.:

  • Hilfestellungen geben;
  • Fragen stellen, die das logische Denken fördern;
  • Konstruktive Diskussionen der SchülerInnen fördern;
  • An ihr Vorwissen anknüpfen;
  • Falsche Antworten und Fehler als Lernchancen betrachten;
  • Lernbegleitende Selbst- und Fremdbewertungen anwenden.

nextstepsDie Lehrkräfte sollten sich möglichst auf eine der besprochenen Strategien konzentrieren und diese demnächst im Unterricht einsetzen. Sie sollten beim nächsten Treffen darüber berichten, ob die Strategie erfolgreich war und den SchülerInnen beim Lösen einer offenen Aufgabe geholfen hat.